Wenn ich mir die heutige Art der Wirtschaft ansehe, muss ich an Rauschgifthandel denken:
Jeder, der etwas verkaufen möchte, giert danach, dass alle potentiellen Kunden (bei ihm) an der Nadel hängen.
Solange ich noch etwas Geld oder die Chance auf Kredit habe überschütten mich die Verkäuferhorden mit Angeboten, Katalogen, Werbung ... oder nur Schaufenster und Schilder "Sonderangebot" oder "Nur noch bis ... besonders günstig".
Beim offiziellen "Rauschgift" treibt das Risiko den Preis hoch, aber irgendwann ist dann der mögliche Profit wieder hoch genug, um Knast zu riskieren.
Bei Zigaretten und Alk arbeitet der "Staat" als Oberdealer: Zum einen lässt er die Hersteller alberne Warnungen aufdrucken (Rauchen kann tödlich sein ist genauso wahr wie "über die Straße gehen kann tödlich sein"), zum anderen sammelt er "Steuern" und freut sich über jeden Raucher.
Irgendwofür muss man ja aber da sein. Besser: Irgendwofür muss man sein Geld ja ausgeben, wenn man welches hat. Zu der Sorte "Mensch", Geld zu haben, um daraus mehr Geld zu machen (um daraus WIEDER mehr Geld zu machen!) gehöre ich nicht. Ich racker mir meine Arbeitswoche ab und bekomme dafür Geld, bei dem ein "Markt" bestimmt, was ich "wert bin". (Für das Geld, was angeblich eine Woche meiner Arbeit wert sein soll, macht mancher Manager kaum den Mund auf, um "Raus!" oder "Tür zu!" zu rufen.)
Ist ja nicht so, dass ich "arm" wäre, wenn ich mich mit einem Grubenarbeiter in Südafrika vergliche. Aber warum sollte ich mich mit dem vergleichen? Warum soll der denn wieder so wenig "wert sein" mit einem Jahr Maloche wie ich mit einer Woche???